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Die Wikinomics Zukunft - Das Zeitalter der globalen Partizipation?

Mai 13, 2008

Das Wikinomics Buch von Tapscott/Williams hat sich als veritabler Verkaufsschlager herausgestellt und ist mittlerweile in 21 verschiedenen Sprachen erhältlich. Die wesentlichen Ideen, die im Buch aufgegriffen werden, sind dabei keineswegs neu. Dank der technologischen Entwicklungen wie Breitband- Anschlüsse für das Internet und Web 2.0 Tools stehen für die Umsetzung diese Ideen mächtige Instrumente bereit. Nun gilt es, diese Instrumente geschickt zu nutzen.

Ob dies gelingen wird, hängt davon ab, wie stark wir das Web 2.0 und seine Techniken in unsere Kultur und unseren Alltag integrieren. Indizien dafür, dass das geschehen wird sieht Anthony Williams (der Ko-Autor des Wikinomics Buches) darin, dass bei der heutigen Jugend die Communtity Seiten wie MySpace populärer sind als z.B. MTV. Eine Studie von Tapscott/Williams’ Unternehmensberatungsfirma New Paradigm hat ausserdem gezeigt, dass die so genannte Net Generation lieber auf den Fernseher verzichtet als auf das Internet. (vgl. Williams S. 34)

Tapscott und Williams erweitern ihren Wikinomics Begriff. Nebst Enterprise 2.0 folgen Government 2.0 oder Education 2.0 (Library 2.0 ist meine persönliche Wikinomics-Erweiterung).

Die Wikinomics-Prinzipien von Gleichrangigkeit, Teilen, Offenheit und globalem Handeln, die zu einer demokratischeren und nach westlicher Weltanschauung auch zu einer besseren Welt führen sollen, sind durchaus hehre Ziele, die mir das Herz eigentlich höher schlagen lassen.

Allerdings muss ich mir, als Digital Immigrant, sagen, dass ich weit davon entfernt bin, die Web 2.0 Kulturtechniken in mein Leben integriert zu haben und damit meinen Teil zur globalen Partizipation beizutragen.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Wikinomics hat mir aber einmal mehr gezeigt, welche Fülle an Möglichkeiten durch das WWW eröffnet werden und ich stiess bei meinen Recherchen auf etliche hoch interessante Webseiten.

Das utopische Element von Wikinomics ist einerseits das faszinierende daran, andererseits auch die grösste Schwäche des Konzepts. Kann man Online Communities wirklich vertrauen, wo jede und jeder anonym ist? Auch terroristische Organisationen können sich diese Techniken zu Nutze machen. Nationalistische, rassistische, sexistische und andere diskriminierende Inhalte sind im Web zu Hauf zu finden.

Viele der von Tapscott/Williams in den Fallbeispiele beschriebenen Unternehmungen befanden sich zu dem Zeitpunkt, wo sie sich für Ideen nach aussen öffneten in einer Krise, wo sie gar keine andere Möglichkeit mehr hatten. Als Beispiel führen Tapscott/Williams immer wieder BMW auf. Der gegenwärtig erfolgreichste Autohersteller der Welt ist jedoch Toyota, stark hierarchisch strukturiert, mit einer konservativen Firmenkultur, langjährigen Mitarbeitern und einer immensen, geschlossenen Forschungsabteilung. (vgl Tagesanzeiger Magazin 2008-9)

Forschungsabteilungen kosten viel Geld und es ist durchaus nahe liegend auf den Brainpool einer Online Community zurückzugreifen. Allerdings sollte es auch in der Verantwortung einer Unternehmung liegen, die Forschung und Wissenschaft zu fördern und finanziell zu unterstützen, sonst wird der Schuss eines Tages nach hinten los gehen. Commitment in Online Communities ist nur möglich, wenn die elementaren Bedürfnisse des Menschen befriedigt sind. Von einer globalen Partizipation sind wir noch weit entfernt.

Die von Tapscott/Williams angekündigte Revolution zweifle ich deshalb hier an. Da aber Revolutionen noch selten ein gutes Ende genommen haben, erachte ich das als nicht so gravierend. Mir ist es jedenfalls angenehmer, wenn der Wandel gemächlich erfolgt, so dass ich auch noch mithalten kann.

Noch eine Revolution!

Februar 23, 2008

Eine weitere Revolution im Netz wird angekündigt. Das Web 2.0 soll dabei von Managern genutzt werden, um neue Geschäftsmodelle zu verwirklichen. Die Schlagwörter dazu sind neben anderen Crowdsourcing, Prosument, Peer Production oder im Informationsbereich Social Tagging. Wie kein anderer, prägt der Kanadier Don Tapscott den Begriff Wikinomics. In seinem Bestseller „Wikinomics, How Mass Collaboration Changes Everything“ beschreibt er die Auswirkungen, die das Konzept Wikinomics auf die Strukturen und Verfahrensweisen von Unternehmen und der gesamten Wirtschaft haben sollen (Tapscott, Williams 2006).

Ob sich die angekündigte Revolution durchsetzt oder als weitere Web-Blase erweist, wird sich einst herausstellen. In der globalisierten Wirtschaft ist die Vernetzung wie die Nutzung von IT im Wertschöpfungsprozess unverzichtbar. Um Kostenvorteile gegenüber der Konkurrenz herauszuholen bietet es sich an, die Leistungen zu nutzen, die von Online Communities auf freiwilliger und auf idealistischer Basis erstellt werden. Ob sich die Communities dies gefallen lassen ist eine andere Frage. Verlaufen doch die Ideale von Community Mitgliedern und Managern eher diametral als gleichgerichtet.

Dieses Aufeinandertreffen von verschiedenen Kulturen stellt laut Tapscott die Herausforderung dar, der sich die modernen Unternehmen stellen müssen. Das ganze bezeichnet er auch als Generationenproblem und er setzt Hoffnungen auf die Net Generation, die mit dem Internet aufwächst ist und dieses Medium ganz alltäglich nutzt. Mehr zur den Net Kids gibt’s im Blog von Marion (siehe Blogroll).

Ein Interview mit Don Tapscott ist auf Youtube zu sehen:

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