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Crowdsourcing oder: lass andere für dich arbeiten, am liebsten umsonst

Februar 24, 2008

Welcher Community gehörst du an? Hast du schon ein Profil auf Facebook, StudiVZ oder MySpace, oder gar mehrere? Somit hast auch du schon ein Teil des Web selber gestaltet und programmiert. Und damit auch gleichzeitig zur Wertsteigerung deiner Community Webseite beigetragen.

Für 580 Millionen US $ wurde MySpace im Jahr 2005 vom Medienmogul Rupert Murdoch gekauft. Der Wert des Unternehmens beruht jedoch fast ausschliesslich aus den von den Usern gestalteten Inhalten. Millionen von Menschen haben mit ihrer eigenen Zeit und technischen Infrastruktur ihr Scherflein zum Wert von MySpace beigetragen. Ähnlich verhält es sich bei anderen Webseiten wie Youtube, Flickr etc. Auch in SecondLife wird die virtuelle Welt massgeblich von den Usern selber gestaltet. Dieses Vorgehen der Nutzung von Zeit, Fähigkeiten und Ressourcen von Community Mitgliedern wird auch als Crowdsourcing bezeichnet. Findige Manager wollen nun dieses Crowdsourcing Potential für ihr Unternehmen nutzen. Ein Beispiel dafür ist die Firma IBM, die zuerst die Open Source Software Apache unterstützte und mittlerweile in der Linux Community mitarbeitet. (vgl. Tapscott/Williams S.76ff)
Dabei gibt IBM derzeit jährlich rund 100 Millionen Dollar für die Linuxentwicklung aus, hauptsächlich indem IBM Angestellte an den Linux Projekten mitarbeiten. In der Linux Community arbeiten jedoch gleichzeitig tausende von findigen Köpfen mit und werden dabei gewissermassen ein Teil der Entwicklungsabteilung von IBM. Die Entwicklung und der Unterhalt eines proprietären Betriebssytems würde IBM hingegen eine Milliarde US $ pro Jahr kosten (Cawley in Tapscott/Willams S. 81).

Fortgeschritten ist das Crowdsourcing bei den so genannten Human Intelligence Tasks (HIT). Dies sind Arbeiten, die für den Computer sehr schwierig zu bewältigen sind, für einen Menschen hingegen sehr einfach. Dazu gehört zum Beispiel die Beschlagwortung von Bildern oder die Korrektur von computererzeugten Texten. Die Online Agentur Mechanical Turk, welche ein Teil von Amazon ist, vermittelt zwischen Unternehmungen und InternetnutzerInnen solche Human Intelligence Tasks. Internetnutzerinnen können sich so beim Zeitvertreib im Netz sogar etwas Geld verdienen, das sie für ihre Tätigkeit im Stücklohn entschädigt werden. In speziellen Foren wie Turker Nation tauschen die Online-TaglöhnerInnen jeweils ihre Erfahrungen aus und warnen ihre Kolleginnen und Kollegen vor Unternehmen mit schlechter Zahlungsmoral.

Diese Form von Telearbeit wird generell sehr schlecht bezahlt. Lohnnebenleistungen sind nicht inbegriffen und man riskiert, dass die geleistete Arbeit vom Unternehmen abgelehnt wird, um nicht zahlen zu müssen. Seine Existenz wird man sich auf diese Weise nicht sichern können.

Noch eine Revolution!

Februar 23, 2008

Eine weitere Revolution im Netz wird angekündigt. Das Web 2.0 soll dabei von Managern genutzt werden, um neue Geschäftsmodelle zu verwirklichen. Die Schlagwörter dazu sind neben anderen Crowdsourcing, Prosument, Peer Production oder im Informationsbereich Social Tagging. Wie kein anderer, prägt der Kanadier Don Tapscott den Begriff Wikinomics. In seinem Bestseller „Wikinomics, How Mass Collaboration Changes Everything“ beschreibt er die Auswirkungen, die das Konzept Wikinomics auf die Strukturen und Verfahrensweisen von Unternehmen und der gesamten Wirtschaft haben sollen (Tapscott, Williams 2006).

Ob sich die angekündigte Revolution durchsetzt oder als weitere Web-Blase erweist, wird sich einst herausstellen. In der globalisierten Wirtschaft ist die Vernetzung wie die Nutzung von IT im Wertschöpfungsprozess unverzichtbar. Um Kostenvorteile gegenüber der Konkurrenz herauszuholen bietet es sich an, die Leistungen zu nutzen, die von Online Communities auf freiwilliger und auf idealistischer Basis erstellt werden. Ob sich die Communities dies gefallen lassen ist eine andere Frage. Verlaufen doch die Ideale von Community Mitgliedern und Managern eher diametral als gleichgerichtet.

Dieses Aufeinandertreffen von verschiedenen Kulturen stellt laut Tapscott die Herausforderung dar, der sich die modernen Unternehmen stellen müssen. Das ganze bezeichnet er auch als Generationenproblem und er setzt Hoffnungen auf die Net Generation, die mit dem Internet aufwächst ist und dieses Medium ganz alltäglich nutzt. Mehr zur den Net Kids gibt’s im Blog von Marion (siehe Blogroll).

Ein Interview mit Don Tapscott ist auf Youtube zu sehen:

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